Bist Du bereit, in die Welt der Wasserqualität einzutauchen?
Wir beginnen unsere Entdeckungsreise mit zwei Begriffen, auf die man unweigerlich trifft, sobald man sich mit Wasserqualität auseinandersetzt: PPM und TDS.
Die Begriffe werden häufig vermischt. PPM ist eine Verhältnisangabe, TDS bezeichnet gelöste Feststoffe, und viele handliche TDS-Geräte messen zunächst die elektrische Leitfähigkeit. Diese Unterschiede sind wichtig, wenn du die Anzeige beurteilen möchtest.
TDS steht für „Total Dissolved Solids“, also die Gesamtheit gelöster Feststoffe. Eine Konzentration wird häufig in mg/l angegeben. PPM bedeutet „parts per million“; auf die Masse bezogen entspricht 1 ppm einem mg/kg. Bei verdünnten wässrigen Lösungen mit einer Dichte nahe 1 kg/l sind mg/l und ppm näherungsweise gleich. 25 ppm bedeutet hier nicht 25 Fremdmoleküle pro Million Wassermoleküle.
Die elektrische Leitfähigkeit beschreibt, wie gut eine Lösung elektrischen Strom leitet. Üblich ist die Einheit µS/cm. Sie ist nicht der elektrische Widerstand. Handliche TDS-Geräte rechnen die Leitfähigkeit mit einem Faktor in eine geschätzte TDS-Anzeige um. Dieser Faktor hängt von Gerät und angenommener Wasserzusammensetzung ab; eine universelle Umrechnung 2 µS/cm = 1 ppm gibt es nicht.
Die Leitfähigkeit reagiert auf gelöste Ionen und auf die Temperatur. Sie kann Hinweise auf Veränderungen geben, unterscheidet aber keine einzelnen Stoffe. Eine niedrige Anzeige schließt mikrobiologische oder chemische Belastungen nicht aus.
Ein höherer Wert ist nicht automatisch schlechter. Auch gewöhnliche gelöste Salze erhöhen die Leitfähigkeit. Umgekehrt beweist ein niedriger Wert keine Trinkwassersicherheit. Für eine bestimmte Fragestellung sind passende Laborparameter erforderlich.
Bei einer Umkehrosmoseanlage kann der Vergleich von Zulauf und aufbereitetem Wasser Hinweise auf die Rückhaltung gelöster Salze geben. Das ist eine Betriebskontrolle, kein vollständiger Test auf Schadstoffe oder Mikroorganismen. Osmosewasser ist nicht „tot“, und ein niedriger Mineralgehalt ist für sich genommen kein Beleg für mangelnde Trinkbarkeit.
Ein anschauliches Beispiel: Wird Kochsalz in Wasser gelöst, steigt dessen Leitfähigkeit. Daraus folgt weder eine allgemeine Verbesserung noch eine Verschlechterung des Wassers. Das Beispiel erklärt lediglich das Messprinzip und ist keine Empfehlung, Trinkwasser nach Belieben zu salzen.
Für die Einordnung ist zwischen einer analytischen TDS-Bestimmung im Labor und einer aus Leitfähigkeit geschätzten Anzeige zu unterscheiden.
Ein einfacher Tester benennt keine einzelnen Stoffe und misst deren Konzentrationen nicht getrennt. Die Anzeige ist deshalb kein Ersatz für eine Wasseranalyse.
Diese Fragen beantwortet ein einfacher TDS-Tester nicht:
- Welche organischen Stoffe sind enthalten? Eine Leitfähigkeitsmessung identifiziert keine einzelnen organischen Spurenstoffe.
- Sind Partikel vorhanden? Mikroplastik oder andere Schwebstoffe lassen sich mit einem einfachen TDS-Tester nicht zuverlässig nachweisen.
- Welche Ionen verursachen den Wert? Das Gerät unterscheidet nicht zwischen einzelnen Salzen oder Metallen.
- Sind Krankheitserreger vorhanden? Dafür sind geeignete mikrobiologische Untersuchungen erforderlich.
Für vergleichbare Messungen solltest du dasselbe Gerät unter möglichst gleichen Bedingungen verwenden und die Anzeige richtig dokumentieren.
Hier ist eine Schritt für Schritt Anleitung, um den PPM Werte im Wasser zu bestimmen.
Schritt 1: Das richtige Werkzeug beschaffen
Zunächst benötigst Du ein TDS-Messgerät, das häufig auch die PPM-Werte misst. Diese Geräte sind online oder in Fachgeschäften erhältlich und in der Regel einfach zu bedienen.
Schritt 2: Dein Wasser vorbereiten
Verwende ein sauberes Gefäß und beachte die Messbedingungen der Geräteanleitung. Temperaturunterschiede und Rückstände im Gefäß können das Ergebnis verändern.
Schritt 3: Gerätezustand und Kalibrierung prüfen
Prüfe und kalibriere das Gerät so, wie es die Anleitung vorsieht. Verwende dafür geeignete Referenzlösungen. Eine Kalibrierung macht aus einem einfachen Tester keine vollständige Wasseranalyse.
Schritt 4: Die Messung durchführen
Tauche die Sonde nur bis zur zulässigen Markierung ein und warte auf einen stabilen Wert. Beachte die Hinweise zu Reinigung und Lagerung der Elektrode.
Schritt 5: Die Werte ablesen
Notiere Messwert, Einheit und gegebenenfalls Temperatur. „TDS“ und „ppm“ sind nicht zwei unabhängige Messungen: TDS bezeichnet die geschätzte Größe, ppm eine mögliche Anzeigeeinheit.
Es gibt keinen universellen PPM-Wert, der allein gutes oder schlechtes Trinkwasser kennzeichnet. Rechtliche Anforderungen beziehen sich auf einzelne Parameter und ihre jeweiligen Messverfahren.
Die folgende Übersicht trennt die Größen voneinander:
| Größe | Bedeutung |
|---|---|
| PPM | Verhältnisangabe „Teile pro Million“ |
| TDS | Gesamtheit gelöster Feststoffe, oft in mg/l angegeben |
| EC | Elektrische Leitfähigkeit, häufig in µS/cm |
| Trinkwasserbewertung | Erfordert die jeweils maßgeblichen chemischen und mikrobiologischen Parameter |
Die Mineralisierung von Leitungs- und Mineralwasser variiert. Vergleiche konkrete Wasseranalysen, wenn du die Zusammensetzung beurteilen möchtest. Eine pauschale Rangfolge nach PPM ist dafür ungeeignet.
Ein höherer Mineralgehalt kann die Leitfähigkeit erhöhen. Welche Mineralstoffe in welcher Menge enthalten sind, zeigt erst die Analyse.
Ein unerwartet hoher Wert kann verschiedene Ursachen haben, einschließlich Messfehlern oder einer veränderten Wasserzusammensetzung. Prüfe zunächst Gerät, Einheit und Messbedingungen.
Bei auffälligen Veränderungen kannst du den Wasserversorger kontaktieren. Eine Laboruntersuchung sollte auf die konkrete Fragestellung abgestimmt werden.
Ein niedriger Wert deutet bei gleicher Messmethode auf eine geringere Leitfähigkeit hin. Er erlaubt keine pauschale Aussage über Krankheitserreger oder einzelne Schadstoffe.
Auch eine gesundheitliche Bewertung lässt sich daraus allein nicht ableiten. Eine Mineralisierung ist nicht automatisch nötig, nur weil die Anzeige niedrig ist.
Bei einem konkreten Verdacht auf eine Belastung sollte zuerst geklärt werden, was untersucht werden muss. Ein Filterkauf ersetzt diese Diagnose nicht.
Aktivkohle und Umkehrosmose wirken unterschiedlich auf die Wasserzusammensetzung. Aktivkohle verändert die Leitfähigkeit häufig wenig; Umkehrosmose reduziert viele gelöste Salze. Das macht die Verfahren nicht pauschal besser oder schlechter.
Wähle einen Filter nach seinem vorgesehenen Zweck und passenden Leistungsnachweisen. Eine bestimmte PPM-Anzeige allein ist kein ausreichendes Kaufkriterium.
Die folgenden Modelle unterscheiden sich in Bauform und Verfahren. Prüfe auf den Produktseiten die aktuelle Ausstattung, den Einsatzbereich und den Wartungsaufwand.
PPM ist eine Verhältnisangabe, TDS bezeichnet gelöste Feststoffe und EC die elektrische Leitfähigkeit. Ein handlicher TDS-Tester schätzt den TDS-Wert meist aus der Leitfähigkeit. Das Ergebnis ist nützlich für bestimmte Vergleiche, aber keine vollständige Aussage über Trinkwasserqualität.
Für eine Betriebskontrolle an einer Umkehrosmoseanlage können vergleichbare Messungen hilfreich sein. Die Hygiene des Systems und konkrete Schadstofffragen müssen getrennt betrachtet werden.
Bei ungewöhnlichen Werten oder einem Belastungsverdacht helfen die Angaben des Wasserversorgers und eine gezielte fachliche Untersuchung.
Wie hoch sollte TDS sein? Ein allgemeiner Idealwert für jedes Trinkwasser lässt sich nicht angeben. Ein niedriger Wert bedeutet nicht automatisch eine bessere Qualität.
Gibt es einen deutschen PPM-Grenzwert? Die Trinkwasserverordnung enthält unter anderem einen Grenzwert für die elektrische Leitfähigkeit von 2.790 µS/cm bei 25 °C. Das ist kein allgemeiner PPM-Grenzwert und ersetzt nicht die übrigen Anforderungen.
Was sagt die PPM-Anzeige aus? Bei einem üblichen TDS-Tester ist sie eine geräteabhängige Schätzung aus der Leitfähigkeit. Einzelne Inhaltsstoffe werden nicht bestimmt.
Ist mehr Mineralisierung besser? Die Anzeige allein erlaubt keine solche Bewertung. Sie zeigt weder die Zusammensetzung der Mineralstoffe noch einen gesundheitlichen Nutzen.
Was tun bei einem ungewöhnlich hohen Wert? Prüfe Messbedingungen und Gerät. Bei einer auffälligen Änderung frage beim Wasserversorger nach und kläre, ob eine gezielte Analyse nötig ist.
Was ist der Unterschied zwischen TDS und EC? TDS bezieht sich auf gelöste Feststoffe, EC auf elektrische Leitfähigkeit. Die Umrechnung einer EC-Messung in TDS ist eine Näherung.
Hat Quellwasser immer einen niedrigen Wert? Nein. Der Gehalt gelöster Stoffe hängt unter anderem von den geologischen Bedingungen ab.
Kann der Tester Schadstofffreiheit beweisen? Nein. Dafür ist er nicht ausgelegt. Auch klares Wasser mit niedriger Anzeige kann Belastungen enthalten.
Weiterführend: USGS: Elektrische Leitfähigkeit und TrinkwV, Anlage 3. Stand: September 2026.

