Chlor beziehungsweise chlorhaltige Aufbereitungsstoffe können zur Desinfektion von Trinkwasser eingesetzt werden. Ziel ist die Inaktivierung von Mikroorganismen. Wirksamkeit und Einsatzbedingungen hängen unter anderem von Dosis, Kontaktzeit, pH-Wert und Wasserbeschaffenheit ab.
Warum kann Wasser nach Chlor riechen?
Bei einer Desinfektion kann Chlor geschmacklich oder geruchlich wahrnehmbar sein. Das ist allein kein Beweis für eine gesundheitliche Gefährdung. In Deutschland müssen die zulässigen Aufbereitungsstoffe und Einsatzbedingungen beachtet werden. Nicht jeder Versorger chloriert dauerhaft.
Was sind Desinfektionsnebenprodukte?
Bei Reaktionen mit Wasserinhaltsstoffen können Nebenprodukte entstehen. Diese müssen bei Planung und Kontrolle berücksichtigt werden. Die bloße Möglichkeit ihrer Entstehung rechtfertigt keine pauschale Aussage, dass gechlortes Trinkwasser unsicher sei.
Kann ein Filter Chlor reduzieren?
Geeignete Aktivkohlefilter können freies Chlor reduzieren. Die Leistung hängt vom System und den Betriebsbedingungen ab. Bei vielen Osmoseanlagen übernimmt eine Vorstufe die Chlorreduktion zum Schutz der Membran; die Osmosemembran allein sollte dafür nicht pauschal empfohlen werden.
Die Entfernung eines Desinfektionsmittels ersetzt keine Desinfektion. Sauberer Betrieb und Schutz vor Wiederverkeimung sind deshalb wichtig. Behördliche Abkochgebote gelten unabhängig von einem gewöhnlichen Haushaltsfilter.
Chlordioxid ist keine pauschal sichere Alternative
Chlordioxid ist ein anderes Oxidationsmittel. Auch dabei können relevante Nebenprodukte entstehen. CDL und MMS sind keine austauschbaren Bezeichnungen für eine sicher anzuwendende Trinkwasserbehandlung. Verwende keine eigenständig angesetzten Mischungen oder unbelegten Dosierungen.

